Im Lockdown Theaterstück gucken: kostenlos und in Farbe!

©Plausus-Theaterverlag, Bonn.  / Plattdeutsche Fassung von Benita Brunnert.

Voriges Jahr in der zweiten Februarwoche starteten die Weddelbrooker ihre traditionelle Aufführungsreihe in Wolters Gasthof. Neunmal begeisterte die plattdeutsche Komödie „Männersnööv – Jappst du noch oder büst al doot?“ insgesamt mehr als 1000 Zuschauer. Doch nach dem gespielten Männerschnupfen durchkreuzte eine wahrlich ernsthafte Krankheit alle weiteren Pläne der Laienschauspieler. Die Covid-19-Pandemie stoppte sämtliche Vorbereitungen für die 2021er Saison. „Wir würden zu gern ein neues Stück spielen. Aber leider ist das nicht möglich“, bedauert Bühnenbuttjers-Leiterin Birte Krohn aus Föhrden-Barl. Doch ganz auf unterhaltsames Bühnengeschehen müssen die Buttjers-Fans nicht verzichten. „Der Bonner Plausus-Theaterverlag, von dem wir seit 2007 unsere Textbücher beziehen, erlaubt uns eine Aufführung im Internet“, freut sich Birte Krohn. Die Bühnenbuttjers haben voriges Jahr eine ihrer neun Vorstellungen in Wolters Gasthof mitgeschnitten, ohne damals zu ahnen, dass die Aufnahme zwölf Monate später eine wichtige Rolle übernehmen könnte.

Bis Mitte März ist das Stück „Männersnööv“ auf der Website der Gemeinde Weddelbrook kostenlos abrufbar.

Und das gibt es zu sehen und zu hören:

„Morrns, meddags, avends wüllt wi supen, de Hahn mutt pupen!“ Unmissverständlich lautet das Motto der drei Kumpels Alex (gespielt von Tim Bewernick), Torben (Klaus Scheel) und Ingo (Kevin Kay) für ihre geplante Wochenend-Angeltour, die jedoch ins Wasser fällt. Denn Alex hat sich eine Erkältung eingefangen. Und der tückische Männerschnupfen haut den Pantoffelhelden glatt um. Das Malheur hält die trinkfreudigen Freunde jedoch nicht davon ab, ihr Promille-Motto in die Tat umzusetzen. Dann wird eben im Wohnzimmer ein wenig geangelt und ganz viel gebechert. In dem Stück ist aber nicht nur das Angler-Trio körperlich und geistig gefordert. Auch für Ehefrau Anna (Anneke Haack) verläuft das Wochenende überraschend anders als geplant. Eigentlich möchte sie mit ihrer ehemals besten Schulfreundin Isabell (Wiebke Knüppel) das Wiedersehen feiern und gemütlich in Erinnerungen schwelgen. Doch die extra aus London angereiste Freundin hegt noch ganz andere Absichten: Um an eine gewinnbringende Erbschaft zu gelangen, muss sie ein ordentliches Heim in Deutschland und zudem ein Single-Dasein vorweisen – und hat für ihr Täuschungsmanöver dazu ausgerechnet das Zuhause von Alex und Anna ausgesucht. Allerdings hatte sie kalkuliert, dass der Hausherr sich irgendwo an einem Fischteich vergnügt. Es kommt jedoch anders als gedacht. 

Als der von Fieber geplagte und von Alkoholkonsum geschwächte Hausherr eine von der Erbschleicherin versehentlich auf dem Wohnzimmertisch vergessene Visitenkarte des Bestattungsunternehmens „Klappe zu“ findet, zieht er falsche Schlüsse und gerät in Panik.Weder das Bestatter-Team (Ulli Bielenberg und Famke Krohn), die Hausärztin (Lina Kay), ein Notar (Dirk-Uwe Dircks) noch die Mutter (Andrea Nitsche) des immer stärker leidenden „Männersnööv“-Patienten können für Ruhe und Ordnung sorgen. Das Chaos aus Missverständnissen und Verdächtigungen nimmt immer mehr Fahrt auf. So dauert es nicht lange, bis das anfangs biedere Zuhause einer Müllhalde gleicht. Und ebenso geraten Gemütslagen und Nervenkostüme außer Kontrolle, da auch die Liebe eine gewichtige Rolle in dem Bühnenspaß spielt.

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